Bloom beim Filterkaffee: warum frischer Kaffee länger braucht.
Der erste Aufguss beim Pour-Over ist kurz, aber entscheidend. Beim Bloom entweicht Kohlendioxid aus dem Kaffeemehl. Gibst du ihm genug Zeit, extrahiert dein Kaffee danach gleichmäßiger.
Was beim Bloom passiert
Beim Rösten entsteht Kohlendioxid, das in den Bohnen gebunden bleibt und über Wochen langsam entweicht. Trifft heißes Wasser auf das Mehl, löst sich ein Teil des Gases auf einmal: Das Kaffeebett hebt sich und blubbert. Solange Gas austritt, hält es Wasser vom Mehl fern, und die Extraktion wird ungleichmäßig. Der Bloom gibt dem Gas Zeit zu entweichen, bevor der Hauptaufguss beginnt.
Wie viel Wasser, wie lange?
Für den Bloom reicht etwa die zwei- bis dreifache Kaffeemenge, genug, um alles Mehl gleichmäßig zu benetzen. Shotbook plant mit dem 2,5-Fachen, bei 20 g Kaffee also 50 g Wasser. Die Bloom-Phase dauert 30 Sekunden ab Beginn des ersten Aufgusses, danach folgt der nächste Pour.
Frischer Kaffee: 45 statt 30 Sekunden
Je frischer die Röstung, desto mehr Gas steckt noch im Kaffee. Ist dein Kaffee jünger als 4 Wochen, verlängert Shotbook den Bloom automatisch auf 45 Sekunden. Dafür reicht es, das Röstdatum einzutragen.

Beispielrezept: 20 g auf 320 g
So plant Shotbook einen Pour-Over mit 20 g Kaffee und 320 g Wasser (Ratio 1:16). Die Zeiten gelten ab Beginn des ersten Aufgusses:
| Schritt | Röstung älter als 4 Wochen | Frische Röstung |
|---|---|---|
| Bloom auf 50 g | 0:00 | 0:00 |
| Aufgießen auf 190 g | ab 0:30 | ab 0:45 |
| Pause | 20 s | 20 s |
| Aufgießen auf 320 g | ab 1:23 | ab 1:38 |
| Fertig durchgelaufen | etwa 3:00 | etwa 3:00 |
Dass beide Varianten bei etwa 3:00 enden, ist Absicht: Die längere Wartezeit am Anfang geht von der Durchlaufzeit ab, die Gesamtzeit bleibt gleich.

